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Venedig

Veröffentlicht am 27. Juli 2021 um 23:28

Nach knapp 2 h vom Gardasee durch Regen und Stau Lagunenstadt erreicht. Alle Parkhäuser voll. Vorher buchen ist ja voll uncool! Außerdem fährt doch niemand während einer weltweiten Pandemie nach Venedig. Wir schon! Sind schließlich geimpft.

Wieder Richtung Festland und gefreut, kostenlosen Parkplatz in Mestre gefunden zu haben. Pulk gefolgt, der anscheinend ebenfalls dachte, dass Venedig menschenleer sein müsste und dort keinen Platz mehr im Parkhaus gefunden hat. In der Schlange nach Kreditkarte gesucht. Mist! Liegt noch im Auto, weil Maut damit bezahlt werden sollte, der Automat aber lieber Bargeld wollte. Sohnemann spurtet motiviert zur parkenden Wally und kommt mit Karte zurück. Alles gut!

Mit schmerzverzerrtem Gesicht 60 Euro für den Transfer mit Boot gezahlt. Geduldig im Regen auf jenes gewartet. Im Boot (naja, eher Bötchen) bietet Sohnemann einer Schwangeren seinen Sitzplatz an. Hab erziehungstechnisch anscheinend alles richtig gemacht. Beim Aussteigen bemerkt, dass Rucksack auf dem Schoß Flecken auf heller Hose hinterlassen hat. Nicht zu ändern. Wenn man Kinder hat, ist man Schlimmeres gewohnt.

Aufgrund fehlendem Frühstücks Stulle ausgepackt, einmal herzhaft reingebissen und direkt von einer Möwe attackiert worden. Finger zum Glück noch dran. Konnte der Stulle noch kurz mit knurrendem Magen nachwinken, bis sie vollends von verhungernden Möwen verspeist wurde. Wir wurden noch eine Weile gierig verfolgt. Anscheinend kein gutes Pflaster für Möwen.

Nach diesem Erlebnis gefühlt stundenlang (evtl. auch weniger) bei schwüler Hitze und plötzlich strahlendem Sonnenschein mit allen anderen Touris die dachten, Venedig sei Corona-leer, durch die engen Gassen gewabert. Kurz zwischen zwei sich lautstark anspringende Hunde geraten. Verächtlich "Viecher!" gezischt und weiter mit der Masse geschwommen. Mit Hunden und Klein(st)kindern inklusive Kinderwagen in eine Stadt zu reisen, die überwiegend über Brücken mit Stufen zu bewältigen ist, ist aus meiner Sicht eine nicht zu unterschätzende Challenge. Ich habe lieber gewartet, bis Sohnemann den Führerschein hat und Tochter zumindest nicht mehr in die Windeln macht. Nee, Spaß! Aber mit erwachsenen Kindern ist so ein Ausflug doch weitaus entspannter.

Rialto Brücke ge- und für zu voll befunden. Klo gesucht und ebenfalls gefunden. Nicht zu voll. Respekt Venezia: Es gibt zahlreiche öffentliche Bedürfnisanstalten, günstig und sehr sauber! Diese lag aber nicht auf unserer Route, da wir uns (jahaa! ICH wars!) verlaufen hatten, und dafür aber jede Menge zusätzliche Zeit mit fremden Menschen in engen Gassen verbringen durften. Nach monatelanger Kontaktsperre sehr erfrischend.

Tochter will an den Hotel-Pool.

Ankunft Markusplatz. Stimmung nicht ganz so euphorisch. Einkehren in eins der mit Musik einladenden Etablissements aufgrund der Preise nicht sooo empfehlenswert. Also flugs weiter. Die Abfahrtzeit der letzten "Fähre nähert sich. Tochter klagt über Rückenschmerzen. Das Mitgefühl ihrer Mitreisenden hält sich in Grenzen. Für eine kurze Rast in einer weniger anspruchsvollen Lokalität ist noch Zeit. Sohnemann hätte gern Pommes. "Maschine schon zu!" Und auch andere Speisen waren "finished". Ist ja auch schon spät. Wasser ist sowieso viel wichtiger.

Irritiert als erste Passagiere an der Abfahrtstelle zum Festland. Wo kommt denn plötzlich der Sturm her? Umständlicher Versuch, einen Blick auf den Plan der Reederei zu werfen, scheitert am Orkan. Verunsicherter Austausch mit ankommenden Passagieren. Jupp, wir sind richtig. Aber kein Boot. Die Lagune verwandelt sich schlagartig in einen brodelnden Hexenkessel, nur nicht so heiß. Tochter murmelt, dass wir heute besser am Pool geblieben wären. Mir fehlen Gegenargumente. Prasselnder Regen. Immer noch kein Boot. Weitere Passagiere kommen nach und nach und stellen sich unter. Kein Boot in Sicht. Tochter friert und wiederholt ihr Pool-Mantra. Nach 30 Minuten kein Regen mehr und die Wellen haben sich geglättet. Das minimiert die Kentergefahr. Puh! Boot wird von einem aufgeregten Wartenden mit fuchtelnden Armen angekündigt. Alle Anwesenden sind sichtlich bewegt über die nahende Rettung. Frauen legen erschöpft ihre Köpfe auf die Schultern ihrer Partner, sofern vorhanden. Die Stimmung kippt. Die bisherige Solidarität weicht einem aggressiven Kampf um die schmale "Gangway". Kinder drohen ins Wasser zu fallen.

Geschafft! Alle haben unversehrt das Festland erreicht. Erleichtertes Aufatmen, dass Wally nicht abgeschleppt wurde. Kollektiver Freudenschrei im Auto mit anschließendem Gemurmel: "...aber wir haben immerhin Venedig gesehen." Bemerkt, dass Sheldon-Figur nicht zum Einsatz gekommen ist. Der Plan #sheldonmussmit bedarf einer Optimierung.

SOMMER 2021: WIR HABEN VENEDIG ÜBERLEBT!

Fazit: So eine wunderschöne Stadt sollte man lieber außerhalb der Saison besuchen. Trotzdem haben wir den heutigen Tag genossen und hatten jede Menge Spaß.

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